Sauerstofftherapie (Oxygenotherapie) im häuslichen Umfeld: Wann sie sinnvoll ist und wie sie abläuft 

Okt. 6, 2025 | Pflege

Sauerstofftherapie (Oxygenotherapie) im häuslichen Umfeld: Wann sie sinnvoll ist und wie sie abläuft

Die Sauerstofftherapie ist eine Behandlungsmethode, bei der Patienten gezielt mit Sauerstoff versorgt werden, wenn ein Mangel besteht. Viele kennen sie aus dem Krankenhaus oder von medizinischen Einrichtungen – doch in zahlreichen Fällen kann sie auch zu Hause sicher und effektiv durchgeführt werden – in Ruhe, in vertrauter Umgebung, bei den eigenen Angehörigen. 

„Viele Patienten haben anfangs Angst, dass sie mit dem Sauerstoffgerät zu Hause nicht zurechtkommen. Aber sobald wir es ihnen zeigen und sie alles ausprobieren, gewöhnen sie sich schnell daran. Wichtig ist, sich nicht allein gelassen zu fühlen.“ 

beruhigt die leitende Krankenschwester der häuslichen Pflege PROMEDICUS, Bc. Petra Klimentová. 

Wann also ist eine häusliche Sauerstofftherapie sinnvoll, wie funktioniert sie und was genau bedeutet sie? 

Was ist eine Sauerstofftherapie? 

Die Sauerstofftherapie ist die gezielte Zufuhr von Sauerstoff mithilfe spezieller medizinischer Geräte – in der Regel über einen Sauerstoffkonzentrator, eine Sauerstoffflasche sowie eine Nasenbrille oder Gesichtsmaske –, um die Sauerstoffkonzentration im Blut und in den Geweben zu erhöhen. 

„Bei Patienten mit COPD ist die Sauerstofftherapie oft der Wendepunkt – sie können sich wieder etwas bewegen und besser schlafen. Schon wenige Stunden täglich können einen großen Unterschied machen.“ 

Sauerstofftherapie (Oxygenotherapie) im häuslichen Umfeld: Wann sie sinnvoll ist und wie sie abläuft

Für wen ist eine häusliche Sauerstofftherapie geeignet? 

Eine häusliche Sauerstofftherapie kommt in Betracht, wenn ein Patient regelmäßig und langfristig Sauerstoff benötigt. Der behandelnde Arzt entscheidet darüber nach Untersuchungen, bei denen die Sauerstoffsättigung im Blut gemessen wird (mittels Pulsoximeter oder Blutgasanalyse). 

Am häufigsten betrifft dies Patienten: 

  • mit fortgeschrittenen Lungenerkrankungen (Lungenfibrose, COPD) oder anderen Lungenschäden, 
  • nach schwerem Verlauf einer COVID-19-Infektion mit anhaltender Atemnot, 
  • mit pulmonaler Hypertonie oder Herzinsuffizienz, 
  • in der palliativen Versorgung unheilbar Erkrankter. 

„Bei COPD ist die Sauerstofftherapie entscheidend, muss aber sorgfältig dosiert werden. Schon wenige Stunden Ruhe, etwa über Nacht, können dem Körper deutlich helfen,“ 
erklärt Klimentová. 

Die Sauerstofftherapie kann – je nach Diagnose und Gesundheitszustand – vorübergehend oder dauerhaft notwendig sein. Voraussetzung ist immer eine ärztliche Verordnung, meist durch einen Pneumologen, Internisten oder Kardiologen. 

Wie läuft die häusliche Sauerstofftherapie ab? 

Die Therapie wird genau nach ärztlicher Anweisung eingestellt. Der Patient erhält das Gerät – in der Regel einen Sauerstoffkonzentrator – samt Zubehör. Der Sauerstoff wird über einen Schlauch zu einer Nasenbrille oder Maske geleitet, die der Patient nach dem verordneten Schema trägt. 

Wichtige Sicherheitshinweise für die Sauerstofftherapie zu Hause 

  • Niemals rauchen in der Nähe des Geräts – Brandgefahr! 
  • Raum gut lüften, in dem sich das Gerät befindet. 
  • Täglich Kontrolle der Schläuche, Nasenbrille oder Maske – sie dürfen nicht verstopft, geknickt oder beschädigt sein. 
  • Keine fetthaltigen Cremes oder Öle im Bereich von Nase und Mund verwenden – sie können in Verbindung mit Sauerstoff brennbar sein. 
  • Sauerstoffsättigung regelmäßig messen (Pulsoximeter), besonders bei gesundheitlichen Veränderungen. 
  • Bei plötzlicher Atemnot oder Verschlechterung sofort Arzt oder häusliche Pflege kontaktieren. 

Grundausstattung für die häusliche Sauerstofftherapie 

  • Sauerstoffkonzentrator – Gerät, das aus der Luft Sauerstoff gewinnt und dem Patienten zuführt. 
  • Befeuchter – verhindert Austrocknung der Schleimhäute. 
  • Nasenbrille oder Maske – für angenehme Sauerstoffzufuhr. 
  • Pulsoximeter – zur Kontrolle der Sauerstoffsättigung im Blut. 

Zur häuslichen Pflege gehört oft auch die regelmäßige Kontrolle des Patienten – durch persönliche Besuche oder telemedizinische Überwachung. Das Gerät kann als medizinisches Hilfsmittel ausgeliehen werden; bei entsprechender Indikation übernehmen die Krankenkassen die Kosten ganz oder teilweise. 

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Vorteile und Grenzen der häuslichen Sauerstofftherapie 

Vorteile: 

  • Der Patient bleibt in seiner vertrauten Umgebung, 
  • psychische Stabilität und höhere Lebensqualität, 
  • Kombination mit anderen häuslichen Behandlungsformen möglich (z. B. Rehabilitation, Physiotherapie). 

Grenzen: 

  • Das Gerät muss ständig an die Stromversorgung angeschlossen sein, 
  • strikte Einhaltung der Sicherheitsregeln (kein Rauchen, keine offenen Flammen), 
  • Angehörige sollten das Gerät bedienen und warten können. 

Die Sauerstofftherapie zu Hause eignet sich nicht für akute oder plötzlich auftretende Atemprobleme – in solchen Fällen ist immer eine Krankenhausbehandlung erforderlich. 

Wie beantragt man eine Sauerstofftherapie? 

Der erste Schritt ist der Besuch beim Pneumologen oder einem anderen Facharzt. Nach einer Untersuchung und Bewertung des Gesundheitszustands stellt der Arzt die erforderlichen Unterlagen aus, auf deren Grundlage das Gerät und das Zubehör bereitgestellt werden können. 

PROMEDICUS häusliche Pflege bietet: 

  • Lieferung und Installation des Geräts direkt nach Hause, 
  • gründliche Einweisung in Bedienung und Sicherheitsregeln, 
  • regelmäßigen Service und Austausch von Zubehör, 
  • technische Unterstützung und telefonische Beratung. 

Sauerstofftherapie und Lebensqualität 

Wenn die Sauerstofftherapie richtig eingestellt ist und der Gesundheitszustand regelmäßig kontrolliert wird, kann sie den Alltag des Patienten erheblich verbessern. Die Atmung fällt leichter, die Müdigkeit nimmt ab und alltägliche Aktivitäten werden wieder möglich – zu Hause wie im sozialen Umfeld. 
Die Sauerstofftherapie ist daher oft einer der wichtigsten Bestandteile der Behandlung – neben Medikamenten, Rehabilitation und häuslicher Pflege. 

Ihr Lebenslauf

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